Zahl der TCFD-Unterstützer wächst in 15 Monaten um 85%

TCFD
Foto: AbsolutVision (Unsplash)

Die vom Financial Stability Board eingesetzte Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) hat heute ihren Statusbericht 2020 veröffentlicht. Aus dem inzwischen dritten Status Bericht seit Veröffentlichung der TCFD-Empfehlungen im Jahr 2017 geht hervor, dass die Unterstützung für eine Anwendung der Offenlegungsempfehlungen in den letzten 15 Monaten deutlich zugenommen hat. Mehr als 1.500 Organisationen (+85%) – darunter 1.340 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von ca. 12,6 Billionen USD und Finanzinstitute mit Verantwortung für Assets im Wert von 150 Billionen USD – zählen inzwischen zu den Unterstützern der Task Force.

Druck der Finanzwirtschaft trägt zu verbesserter Offenlegung bei

Vor allem das zunehmende Engagement der Finanzinstitute scheint inzwischen Früchte zu tragen. Initiativen wie bspw. Climate Action 100+ – ein Zusammenschluss von mehr als 500 Investoren, die insgesamt Assets im Wert von mehr als 47 Billionen USD verwalten – entfalten große Wirkung, indem sie Investees zu TCFD-konformer Berichterstattung auffordern und dies auch als Bestandteil in die eigenen Investitionsrichtlinien aufnehmen. So kommentierte Mary Schapiro, Leiterin des TCFD-Sekretariats passend: „Investoren verlangen von den Unternehmen, in die sie investieren, zunehmend klimabezogene Offenlegungen, und diese Nachfrage treibt die globale Dynamik rund um die TCFD-Empfehlungen in finanziellen und nichtfinanziellen Sektoren voran.“

Regulatoren widmen sich vermehrt den TCFD Empfehlungen

Mehr als 110 Regulatoren und Regierungsbehörden rund um den Globus – darunter auch einige EU Länder wie Frankreich, Belgien und Schweden – zählen inzwischen ebenfalls zu den Unterstützern der Task Force. Hinzu kommen zahlreiche Zentralbanken bzw. Finanzaufsichtsbehörden, die sich bspw. über das Network for Greening the Financial System für eine TCFD-konforme Berichterstattung in mit öffentlichen Mitteln finanzierten Unternehmen einsetzen.

Schon heute ist absehbar, dass diese Zahl perspektivisch weiter steigen wird, denn die Einsicht, dass eine den Pariser Klimazielen entsprechende Kapitalreallokation genauso wie ein adäquates Management materieller finanzieller Klimarisiken zunächst deutlich mehr Transparenz bzgl. der Klimawirkung und der Klimarisiken von Unternehmen voraussetzt, ist inzwischen vielerorts gereift.

Auch in Deutschland steigt der Druck hin zu deutlich verbesserter Transparenz in Bezug auf Klimaaspekte. So hatte bspw. der Sustainable Finance Beirat Deutschland –wie kürzlich berichtet – in seinem Zwischenbericht aus dem März 2020 eine TCFD-konforme Berichtspflicht für börsennotierte Unternehmen in Deutschland empfohlen.

Den vollständigen TCFD Status Report 2020 finden Sie hier.

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